10 Jahre Mariapolizentrum in Wien
[21.10.03]Was haben Bischofskonferenz und Bundesbahn, Liberales Forum und KPÖ, MAN-Lkws und Pfarrgemeinderäte, Valle Verde-Schuhe und UNO-NGOs, Vatikan und Vogelkundler, der Europarat und ein Kinderfest gemeinsam? Sie sind im Mariapolizentrum Am Spiegeln zu Gast.
In diesen Tagen feiert das Mariapolizentrum Am Spiegeln in Wien - Mauer, das Bildungshaus der Fokolar-Bewegung sein zehnjähriges Bestehen.
Die aller erste Veranstaltung im Oktober 1993, ein Seminar der katholischen Medienakademie, hatte im buchstäblichen Sinn mit einem Knalleffekt begonnen. Kurz vor dem Eintreffen des Seminarleiters, Herrn Tschugguel, war durch ein Missgeschick des Elektrikers die abgehängte Decke genau in dem Seminarraum abgestürzt, in dem am nächsten Morgen die Veranstaltung beginnen sollte. Kein Wunder also, dass Herr Tschugguel angesichts des Trümmerhaufens meinte, sich in der Adresse geirrt zu haben. Doch am nächsten Morgen, vor dem Eintreffen der Teilnehmer, war der Seminarraum wieder fertiggestellt. Seither war die Medienakademie schon oft zu Gast am Spiegeln.
Dieses Ereignis zeigt die Flexibilität des Hauses und das Engagement der Mitarbeiter, wenn es um unerwartete Anforderungen geht. Dies mag auch ein Grund sein, warum in diesen 10 Jahren über 100.000 Gäste den Weg ins Mariapolizentrum gefunden haben. Unter ihnen Kardinäle (Schönborn, König, Martini, Ouellet), Metropoliten (Staikos, Yohanna Ibrahim)und Bischöfe aus den Kirchen der Reformation (Sturm, der methodistische Bischof von Seattle). Auch politische und gesellschaftliche Institutionen von der UNO bis zum Europarat, vom Liberalen Forum bis zum ÖAAB nahmen in diesen 10 Jahren das Seminarzentrum wiederholt in Anspruch.
Dem Anspruch des Hauses, ein "Ort des Dialoges" zu sein, wird auch durch Eigenveranstaltungen der Fokolar-Bewegung entsprochen. Das auffälligste, wenn auch nicht einzige Beispiel sind die regelmäßigen Dialogrunden zwischen der Fokolar-Bewegung und der KPÖ. Dass Walter Baier und eine Vertretung der KPÖ-Führung beim Friedensgebet im vergangenen März im Stephansdom in der ersten Reihe saßen, ist mit eine der Auswirkungen dieses Dialogs.
Die Liegenschaft wurde 1990 von der Erzdiözese Wien gekauft. Einer zweijährigen Planungsphase folgte dann ab 1992 eine nur 13 monatige Bauphase. Die Grund- und Baukosten sowie die Anlaufverluste des ersten Betriebsjahres wurden zu fast zwei Dritteln durch große und kleine Beiträge der Mitglieder der Fokolar-Bewegung getragen. Die Erzdiözese Wien steuerte 73.000€ für die Kapelle bei. Rund ein Drittel wurde über Darlehen finanziert, die aus den Betriebsergebnissen mittlerweile zum größten Teil zurückgezahlt werden konnten.
Das Haus verfügt über einen Veranstaltungsbereich mit einem Saal für 180 Personen sowie zwei Seminarräume (40 bzw. 70 Plätze) und 6 Gruppenräume. Der Restaurationsbereich besteht aus Speisesaal und eine Cafeteria, die sich an die großzügige Eingangshalle anschließt. Über der Eingangshalle ist eine Kapelle mit 50 Sitzplätzen situiert. Für Übernachtungen stehen 25 GästeZimmer zur Verfügung.
Das Mariapolizentrum liegt mitten in einem Cluster kirchlich getragener Bildungshäuser im 12., 13. und 23. Bezirk: das Palottihaus in Auhof, das Don Bosco Haus in Unter Sankt Veit, das Kardinal König Haus in Lainz und das Marianeum der Lazaristen in Hetzendorf. Mit allen diesen Häusern besteht ein freundschaftlicher Kontakt und eine gedeihliche Zusammenarbeit.
[Artikel in Kathpress vom 21.10.2003]
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